An der Alfred-Nobel-Schule in Geesthacht bleibt die Lüftungssituation ein wichtiges Thema zum Start des neuen Schuljahres. Messungen in mehreren Unterrichtsräumen zeigen: Die Luftqualität ist häufig gut, zeitweise steigen die CO₂-Werte jedoch so stark an, dass nach den geltenden Richtwerten intensives Lüften erforderlich ist. Die Stadtverwaltung prüft deshalb technische und bauliche Verbesserungen.
Die Stadt Geesthacht informierte am 13. August 2026 zum Stand der Untersuchungen. Nach ihren Angaben stehen Verwaltung, Schulleitung, politische Gremien und Elternvertretung kontinuierlich im Austausch. Ziel seien kurzfristige Verbesserungen und zugleich tragfähige bauliche Lösungen für die Zukunft.
Warum die Fenster nur begrenzt geöffnet werden können
Seit der Eröffnung der Alfred-Nobel-Schule im Jahr 1995 lassen sich die Fenster in den oberen Geschossen lediglich etwa zwölf Zentimeter öffnen. Hintergrund ist die vorgeschriebene Absturzsicherheit: Bei vollständig geöffneten Fenstern würde die Brüstungshöhe von einem Meter unterschritten. Besonders dann, wenn die Fensterbank als Aufstiegshilfe genutzt würde, bestünde nach Darstellung der Stadt eine Absturzgefahr.
Während der Corona-Pandemie durften die Fenster ausnahmsweise vollständig geöffnet werden. Damals wurde das Infektionsrisiko höher bewertet als die bestehende Absturzgefahr; Lehrkräfte konnten die Fenster mit einem Schlüssel öffnen. Bei einer gemeinsamen Begehung im Februar 2026 mit Vertretenden der Schule, der Stadtverwaltung und der Unfallkasse Nord wurde die Situation erneut bewertet. Dabei wurde die dauerhafte Absturzgefahr durch vollständig zu öffnende Fenster als höheres Risiko eingeschätzt als eine vorübergehend eingeschränkte Lüftungsmöglichkeit.
Referenzraum 6d dient als Testbereich
Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, wurde im Referenzklassenraum 6d ein Aufsatzelement auf der Fensterbank montiert. Dadurch kann das Fenster vollständig geöffnet werden, ohne die erforderliche Absturzsicherheit zu beeinträchtigen. Mit dieser Lösung sammelt die Stadt praktische Erfahrungen und prüft, ob das Verfahren auch in weiteren Unterrichtsräumen eingesetzt werden kann.
Ein zusätzlich geplanter Umbau eines Fensterelements konnte in den Sommerferien allerdings nicht wie vorgesehen umgesetzt werden. Nach Angaben der Stadt verzögert sich die Lieferung wegen Engpässen bei einem Zulieferer. An dem Vorhaben soll festgehalten werden; der neue Zeitplan wird derzeit mit dem beauftragten Unternehmen abgestimmt.
Am 27. Juli 2026 fand im Referenzraum außerdem ein normgerechter Pendelschlagversuch statt. Dabei wird untersucht, ob Verglasung und Fassadenkonstruktion die baurechtlichen Anforderungen an eine dauerhafte Absturzsicherung erfüllen und die nötigen Belastungen sicher aufnehmen können. Das Gutachten zu den Ergebnissen sollte voraussichtlich Mitte August vorliegen.
Weitere Prüfung und nächste Schritte
Das Gutachten soll die abschließende Bewertung der bestehenden Situation und die Auswahl weiterer baulicher Maßnahmen unterstützen. Zusätzlich untersucht die Stadt, ob eine außenliegende Absturzsicherung nachgerüstet werden kann. Die Verwaltung kündigte an, über die laufenden Untersuchungen und die daraus folgenden Entscheidungen weiter zu informieren.