Für das Krankenhaus in Geesthacht ist im Zuge der Krankenhausreform noch offen, welche medizinischen Aufgaben es künftig übernehmen wird. Bei der ersten Regionalkonferenz Süd in Lübeck wurde geprüft, ob die Kliniken in Geesthacht und Ratzeburg weiterhin die Voraussetzungen für eine geriatrische Versorgung erfüllen.
Die Konferenz befasste sich mit den möglichen Auswirkungen der Reform auf Lübeck sowie die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn. Vertreter des Landes und der Krankenhäuser berieten über die künftige Aufgabenverteilung zwischen den einzelnen Standorten. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus: Erst Ende des Jahres soll festgelegt werden, welches Krankenhaus welche medizinischen Schwerpunkte übernimmt.
Geesthacht gehört zur Versorgungsregion Süd
Die Region Süd umfasst derzeit zwölf Krankenhausstandorte. Je vier davon liegen in Lübeck, im Kreis Herzogtum Lauenburg und im Kreis Stormarn. Die Regionalkonferenz in Lübeck war die erste von insgesamt sechs geplanten Fachkonferenzen.
Im Mittelpunkt steht eine stärkere Spezialisierung der Kliniken. Schleswig-Holstein soll dafür in sechs Versorgungsregionen gegliedert werden. Die stationäre Versorgung im Land wird neu strukturiert. Der neue Landeskrankenhausplan soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Für Geesthacht bedeutet das zunächst vor allem eine Prüfphase. Konkret geht es um die Frage, ob der Standort die Voraussetzungen für eine Geriatrie erfüllt. Eine Aussage darüber, ob Leistungen wegfallen, verlagert oder ausgebaut werden, lässt sich aus dem bisherigen Konferenzstand noch nicht ableiten.
Notfall- und Krebsversorgung in Lübeck voraussichtlich gesichert
Für Lübeck zeichnete sich bei der Konferenz eine andere Perspektive ab: Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck und die Sana-Kliniken in der Hansestadt werden voraussichtlich ihre wichtige Rolle in der Notfall- und Krebsbehandlung behalten. Das DRK-Krankenhaus in Lübeck-Marli soll als Fachklinik für Altersmedizin weiter gestärkt werden.
Gleichzeitig könnten nach Informationen des NDR im Zuge der Reform auch Klinikstandorte im Land geschlossen werden. Genannt wurden unter anderem die Inselklinik auf Fehmarn, die Praxisklinik in Travemünde, die Ameos Klinik Middelburg und die Klinik Klosterstraße in Neumünster. Eine Entscheidung über das Krankenhaus in Geesthacht wurde damit nicht getroffen.
Weitere Konferenzen bis zum Herbst
Die Fachkonferenzen werden fortgesetzt. Der letzte Termin ist für den 6. Oktober in Eutin im Kreis Ostholstein vorgesehen. Bis dahin sollen die Gespräche über die künftige Verteilung der Aufgaben weitergeführt werden.
Patientinnen und Patienten sollen ihre Klinik weiterhin frei wählen dürfen. Welche Folgen die neue Struktur konkret für den Krankenhausstandort Geesthacht und die medizinische Versorgung im Kreis Herzogtum Lauenburg hat, wird voraussichtlich erst mit der endgültigen Festlegung der Aufgaben Ende 2026 klar.